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Zwang und Isolation

In der Zeit der Selbstquarantäne und der Isolation haben wir genug Zeit, um kreativ zu werden. Für mich ist die Isolation ein Raum voller Potenzial. Je nachdem, wie wir diesem Raum begegnen, können wir ihn entweder als eine offene Möglichkeit oder als eine Leere erleben; als eine kreative Kraft oder als unproduktive Langeweile. Ich habe die Kreativität zu einem zentralen Thema meiner Quarantäne gemacht und zeige in einer Reihe von Selbstporträts, welche Bedeutung unterschiedliche Schutzmaßnahmen in unserem Leben eingenommen haben und wie uns die Angst vor dem Virus in unsichtbare Zwänge führt.

Laut dem französischen Philosoph Michel Foucault basiert die Architektur der modernen Gesellschaft auf einem Kontrollsystem durch Struktur einer gleichförmigen Vereinzelung, in dem die Macht nicht permanent ausgeübt werden muss, weil sie auf Anordnung der isolierten Individuen beruht. Disziplin wird als das Vermögen beschrieben, sich in kleinen getrennten Zellen einzurichten, im guten Glauben, durch Selbstdisziplinierung drohende Strafen zu vermeiden. Noch nie ist die moderne Gesellschaft diesem Modell so nahegekommen wie jetzt zu Zeiten der Coronavirus-Krise, wo die Grenzen zwischen Freiheit und Zwang immer unsichtbarer werden.

 

 
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